Minostad 50 mg - Kapseln

ATC Code
J01AA08
Minostad 50 mg - Kapseln

STADA Arzneimittel GmbH

Standardarzneimittel Human
Wirkstoff(e)
Minocyclin
Suchtgift Psychotrop
Nein Nein
Zulassungsdatum 03.07.1997
Verschreibungsstatus Arzneimittel zur einmaligen Abgabe auf aerztliche Verschreibung
Pharmakologische Gruppe Tetracycline

Anzeige

Alle Informationen

Kurzinformationen

Zulassungsinhaber

STADA Arzneimittel GmbH

Was ist es und wofür wird es verwendet?

Minostad mit dem Wirkstoff Minocyclin ist ein Antibiotikum aus der Gruppe der Tetracycline. Minostad wirkt einer Vielzahl von bakteriellen Infektionen entgegen.

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Wenn Sie unter einer schweren Leberfunktionsstörung leiden oder allergisch gegen einen der enthaltenen Stoffe sind, dürfen Sie die Tabletten nicht einnehmen.

Wie wird es angewendet?

Die übliche Dosierung beläuft sich in der Regel auf 2 Tabletten pro Tag. Ihr Arzt wird bei Bedarf die Dosis an Ihre Erkrankung anpassen.

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Wie soll es aufbewahrt werden?

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen. Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Was ist es und wofür wird es verwendet?

Minostad mit dem Wirkstoff Minocyclin ist ein Antibiotikum aus der Gruppe der Tetracycline.

Minostad ist geeignet zur Behandlung von Infektionen, die durch Minocyclin-empfindliche Krankheitserreger verursacht sind, insbesondere

Hauterkrankungen, auch infizierte schwere Formen der Akne vulgaris und Rosazea

Infektionen der Atemwege und des Hals-Nasen-Ohren-Bereiches, wie

akute Schübe chronischer Bronchitis, Nebenhöhlenentzündung (Sinusitis), Mittelohrentzündung (Otitis media), bestimmte Formen der Lungenentzündung (durch Mykoplasmen und Chlamydien verursachte Pneumonie)

Infektionen der ableitenden Harnwege und Geschlechtsorgane, wie

Harnröhrenentzündungen (durch Chlamydien und Ureaplasma urealyticum verursachte Urethritis), Prostataentzündungen (akute Prostatitis), unkomplizierte Gonorrhö (Geschlechtskrankheit, insbesondere bei gleichzeitiger Infektion mit Chlamydien), Infektionen der weiblichen Geschlechtsorgane, Syphilis (Geschlechtskrankheit) bei Penicillin-Allergie

Infektionen und andere Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes, wie

Cholera, Yersinien- und Campylobacter-Infektionen, Shigellose bei Nachweis der Empfindlichkeit, Verdauungsstörungen (Malabsorptions-Syndrome wie tropische Sprue und Morbus Whipple), ambulante Therapie von Gallenwegsinfektionen

Bindehautentzündung durch Chlamydien und Trachom (Bindehornhautentzündung)

Borreliosen (Infektionskrankheit nach Zeckenbiss)

seltene Infektionen wie
Brucellose (Mittelmeerfieber), Ornithose (durch Vögel übertragene Infektionskrankheit), Bartonellose (Katzenkratzkrankheit), Listeriose, Rickettsiose, Melioidose, Pest (durch Tiere übertragene Infektionskrankeheiten), Granuloma inguinale (Geschlechtskrankheit)

zur kurzzeitigen Vorbeugung bei Kontaktpersonen von Patienten mit Hirnhautentzündung (Meningokokken-Meningitis).

Hinweis: Nachgewiesene Infektionen durch bestimmte Erreger (Staphylokokken, Streptokokken und Pneumokokken) sollten mit Minostad nicht behandelt werden, weil die Resistenzsituation ungünstig ist.

Anzeige

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Minostad darf nicht eingenommen werden,

  • wenn Sie allergisch gegen Minocyclin, andere Wirkstoffe der Gruppe der so genannten Tetrazykline oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind. Informieren Sie Ihren Arzt auch, wenn Sie schon einmal auf ein anderes Tetracyclin allergisch reagiert haben, da Sie dann auf Minocyclin ebenfalls allergisch reagieren (Kreuzallergie).
  • wenn Sie unter einer schweren Störung der Leberfunktion leiden, da es sonst zu einer weiteren Verschlechterung Ihrer Leberfunktion kommen kann.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bevor Sie Minostad einnehmen.

Bei eingeschränkter Leberfunktion

Minostad soll bei Patienten mit leichter bis mäßiger Einschränkung der Leberfunktion nur mit Vorsicht angewendet werden. Dies gilt auch in Verbindung mit Alkohol oder anderen leberschädigenden Arzneimitteln.

Autoimmune Leberschädigung und Lupus erythematodes

Seltene Fälle von autoimmuner Leberschädigung (einschließlich akuten Leberversagens), Einzelfälle von systemischem Lupus erythematodes (SLE) als auch die Verschlimmerung eines bestehenden SLEs wurden gemeldet. Wenn Sie Anzeichen von SLE oder Leberschädigung entwickeln oder sich ein bestehender SLE verschlechtert, soll Minostad abgesetzt werden.

Bei schwerer Niereninsuffizienz

In Fällen schwerer Niereninsuffizienz kann eine Dosisreduktion und eine Überwachung der Nierenfunktion notwendig sein.

Orale Kontrazeptiva

Es ist möglich, dass Minostad die empfängnisverhütende Wirkung der „Pille" beeinträchtigt. Sie sollten daher während der Behandlung mit Minostad zusätzlich nichthormonhaltige empfängnisverhütende Mittel anwenden.

Laborwerte und -kontrollen

Bei einer längerfristigen Behandlung (d.h. mehr als 21 Tage) oder einer wiederholten Anwendung sollten Ihr Blut sowie Ihre Leber- und Nierenfunktion regelmäßig untersucht werden. Vor Beginn und wöchentlich während einer Therapie mit Tetracyclinen sollte die Nierenfunktion (Serumkreatinin) bestimmt werden.

Bitte informieren Sie Ihren Arzt vor Harnuntersuchungen über die Einnahme von Minostad, da bei speziellen Untersuchungen (Nachweis von Harnzucker, Harneiweiß und Urobilinogen, Katecholamine, Harnstoff) Störungen auftreten können.

Myasthenia gravis
Bei Patienten mit Myasthenia gravis ist Vorsicht geboten, da Tetracycline eine schwache
neuromuskulare Blockade auslösen können.

Erhöhte Empfindlichkeit gegen Sonnenbestrahlung

Während der Behandlung mit Minostad sollten Sie auf Sonnenbäder im Freien oder in Solarien verzichten. Da Ihre Haut während der Behandlung empfindlicher reagiert, kann es bei Sonnenbestrahlung eher als sonst zu Beschwerden wie bei einem Sonnenbrand und selten auch zu Nagelablösung und -verfärbung kommen.

Infektionen durch andere Erreger

Wie bei jeder Antibiotikabehandlung ist auch bei der Minocyclin-Therapie auf einen möglichen Erregerwechsel oder Pilzbefall zu achten.

Durchfall

Sollten bei Ihnen schwere oder lang anhaltende Durchfälle auftreten, ist an eine Dickdarmentzündung zu denken. In diesem Fall ist die Therapie abzubrechen und ein Arzt aufzusuchen.

Kopfschmerzen oder Sehstörungen

Sollten bei Ihnen im Laufe der Behandlung schwere Kopfschmerzen und Sehstörungen, einschließlich verschwommenem Sehen, teilweisem Ausfall des Blickfelds oder Doppelsehen, auftreten, kontaktieren Sie sofort Ihren Arzt.

Kinder

Bei Kindern unter 8 Jahren sollte Minostad nicht verabreicht werden, da es während der Einnahme zu einer Verzögerung des Knochenwachstums kommen kann und bleibende Zahnverfärbungen und Zahnschmelzdefekte die Folge sein können.

Einnahme von Minostad zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.

Welche anderen Arzneimittel beeinflussen die Wirkung von Minostad?

Wenn Minostad zusammen mit bestimmten anderen Arzneimitteln eingenommen wird, kann die Wirkung von Minostad verändert werden.

Arzneimittel, die die Wirkung von Minostad beeinflussen:

  • Aluminium-, Calcium- und Magnesium-Salze in speziellen Mitteln zur Behandlung eines übersäuerten Magens (Antazida), sowie Eisenpräparate, medizinische Kohle, Cimetidin (Antazidum) und Colestyramin (Mittel zur Behandlung erhöhter Blutfettwerte); diese Arzneimittel sollten 2 - 3 Stunden vor oder nach Minostad eingenommen werden,
  • die Psyche beeinflussende Arzneimittel (Barbiturat und andere Arzneimittel, die bei Anfallsleiden
    eingenommen werden (z.B. Carbamazepin, Diphenylhydantoin und Primidon)),
  • Antibiotika (Betalaktam-Antibiotika, wie z.B. Penicilline, Cephalosporine),
  • Arzneimittel zu Behandlung von Akne (Isotretinoin),
  • Asthmamittel (Theophyllin).

Arzneimittel, die durch Minostad in ihrer Wirkung beeinflusst werden:

  • Blutzuckersenkende Arzneimittel (orale Sulfonylharnstoff-Antidiabetika),
  • Blutgerinnungshemmende Arzneimittel (Antikoagulanzien vom Cumarin-Typ),
  • Arzneimittel zur Unterdrückung der körpereigenen Immunabwehr (Ciclosporin A),
  • Arzneimittel zur Behandlung von Tumoren (Methotrexat),
  • Narkosemittel (Methoxyfluran und andere nierenschädigende Arzneimittel),
  • Arzneistoff zur Behandlung einer Herzschwäche (Digoxin),
  • orale Kontrazeptiva (siehe Abschnitt 2./“Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“).

Beachten Sie bitte, dass diese Angaben auch für vor kurzem angewandte Arzneimittel gelten können.

Einnahme von Minostad zusammen mit Nahrungsmitteln, Getränken und Alkohol

Nehmen Sie die Hartkapseln regelmäßig morgens und abends mit reichlich Flüssigkeit (z.B. 1 Glas Wasser) ein. Sie können Minostad während der Mahlzeiten einnehmen. Die Aufnahme in den Körper wird dadurch nicht beeinträchtigt (meiden Sie jedoch Milch und Milchprodukte). Die in Milch und Milchprodukten enthaltenen Calcium-Salze beeinträchtigen die Aufnahme von Minocyclin in den Körper. Nehmen Sie deshalb Minostad ca. 2-3 Stunden vor oder nach der Einnahme
von Milch und Milchprodukten ein. Bei ständigem Alkoholmissbrauch kann der Abbau von Minocyclin in der Leber beschleunigt sein (sog. Enzyminduktion), so dass unter üblicher Dosierung keine wirksamen Minocyclin-Blutspiegel erreicht
werden. Außerdem kann es zu Unverträglichkeiten kommen.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat. Schwangeren und stillenden Müttern soll Minostad nicht verabreicht werden, da es beim ungeborenen Kind bzw. beim Säugling ebenfalls zu Zahnverfärbungen, Zahnschmelzdefekten und verzögertem Knochenwachstum kommen kann.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Achtung: Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit und Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigen. Minocyclin kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen soweit verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen vorübergehend beeinträchtigt wird. Dies gilt in verstärktem Maße im Zusammenhang mit dem Genuss von Alkohol.

Unter der Einnahme von Tetracyclinen kann es zu einer vorübergehenden Sehstörung (Kurzsichtigkeit) kommen!

Wie wird es angewendet?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Dosierung

Erwachsene und Jugendliche über 50 kg Körpergewicht

Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die empfohlene Dosis für Erwachsene und Jugendliche über 50 kg Körpergewicht einmalig zu Beginn der Behandlung 4 Hartkapseln Minostad (entsprechend 200 mg Minocyclin) und anschließend 2 Hartkapseln Minostad (entsprechend 100 mg Minocyclin) alle 12 Stunden.

Kinder ab 8 Jahren

Kinder ab 8 Jahren erhalten einmalig zu Beginn der Behandlung 4 mg Minocyclin/kg Körpergewicht und anschließend 2 mg Minocyclin/kg Körpergewicht alle 12 Stunden.

Sonderdosierungen:

Hauterkrankungen (auch infizierte schwere Formen der Akne (Akne vulgaris und Rosazea))

2-mal täglich 1 Hartkapsel Minostad (entsprechend 2-mal 50 mg Minocyclin pro Tag), in der Regel 7- 21 Tage.

Nicht-Gonokokken-Urethritis

100 mg Minocyclin täglich während 10 - 14 Tagen, als Einzel- oder aufgeteilte Dosis.

Akute gonorrhoische Urethritis des Mannes

2-mal täglich 2 Hartkapseln Minostad (entsprechend 2-mal 100 mg Minocyclin pro Tag) über 7 Tage.

Akute Gonokokken-Epididymitis

2-mal täglich 2 Hartkapseln Minostad (entsprechend 2-mal 100 mg Minocyclin pro Tag) über 10 Tage.

Akute Gonokokkeninfektion der Frau

2-mal täglich 2 Hartkapseln Minostad (entsprechend 2-mal 100 mg Minocyclin pro Tag) über mindestens 7 Tage.

Der Behandlungserfolg einer Therapie gegen Gonokokkeninfektion sollte durch eine kulturelle Kontrolle 3-4 Tage nach Behandlungsende überprüft werden.

Wie lange sollen Sie Minostad einnehmen?

Ihr Arzt wird Ihnen mitteilen, wie lange Sie Minostad einnehmen sollen. Brechen Sie die Behandlung nicht ohne Rücksprache mit dem Arzt ab.

Bei den üblichen bakteriellen Infektionskrankheiten richtet sich die Behandlungsdauer nach dem Verlauf der Erkrankung. Normalerweise ist eine Behandlungsdauer von 5-21 Tagen ausreichend. Eine Minocyclin-Therapie sollte noch 2-3 Tage nach Rückgang der Infektionssymptome fortgeführt werden.

Falls bei nachgewiesener Empfindlichkeit Infektionen mit so genannten Beta-hämolysierenden Streptokokken behandelt werden, muss dies mindestens 10 Tage lang erfolgen, um Spätschäden (z.B. rheumatisches Fieber oder Glomerulonephritis (Entzündung der Niere) vorzubeugen.

Wenn Sie eine größere Menge von Minostad eingenommen haben, als Sie sollten

Obwohl Berichte über Vergiftungsfälle mit Minostad bisher nicht vorliegen, sollten Sie einen Arzt verständigen, da die Möglichkeit besteht, dass Leber- und Nierenschädigungen sowie eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse auftreten. Halten Sie eine Packung des Arzneimittels bereit, damit sich der Arzt über den aufgenommenen Wirkstoff informieren kann.

Hinweis für das medizinische Fachpersonal: Weitere Informationen zu Überdosierung finden Sie am Ende dieser Gebrauchsinformation.

Wenn Sie die Einnahme von Minostad vergessen haben

Wenn Sie eine Einnahme vergessen haben, holen Sie bitte die Einnahme zum nächstmöglichen Zeitpunkt nach. Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben. Wenn Sie mehrere Einnahmen vergessen haben, sollten Sie sich Ihrem Arzt zur Kontrolle vorstellen, damit eine mögliche Verschlechterung der Erkrankung rechtzeitig festgestellt werden kann.

Wenn Sie die Einnahme von Minostad abbrechen

Unterbrechen oder beenden Sie die Behandlung mit Minostad nicht ohne Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt. Ihr Arzt wird Ihnen sagen, wie lange die Behandlung mit Minostad dauert. Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder
Apotheker.

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

WELCHE NEBENWIRKUNGEN SIND MÖGLICH?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben zugrunde gelegt:

Sehr häufig:

mehr als 1 Behandelter von 10

Häufig:

1 bis 10 Behandelte von 100

Gelegentlich:

1 bis 10 Behandelte von 1.000

Selten:

1 bis 10 Behandelte von 10.000

Sehr selten:

weniger als 1 Behandelter von 10.000

Nicht bekannt:

Häufigkeit auf Grund der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Sehr selten:

Pilzinfektion des Mundes

und der Genitalien, Entzündung der weiblichen Geschlechtsorgane

Gutartige, bösartige und unspezifische Neubildungen (einschl. Zysten und Polypen)

Nicht bekannt: In einem Fall wurden bösartige Veränderungen der Rachenmandeln (Tonsillenkarzinom) unter Langzeittherapie mit Minocyclin beschrieben.

Erkrankungen des Blutes- und des Lymphsystems

Selten: Selten können wie bei jeder Tetracyclin-Therapie folgende vorübergehende Veränderungen im Blut auftreten: Verminderung oder Erhöhung der Zahl von Blutkörperchen (Leukopenien, Neutropenien, Thrombopenien, Anämien, Leukozytosen, Eosinophilie) und das Vorkommen untypischer Blutkörperchen (atypische Lymphozyten, toxische Granulationen der Granulozyten). Diese Nebenwirkungen treten vorwiegend bei Langzeittherapie auf.

Erkrankungen des Immunsystems:

Häufig:  Allergische Reaktionen unter Minocyclin sind häufig beobachtet worden. Dazu gehören Hautveränderungen (Exantheme, Erytheme), Hautjucken, Quaddelbildung und Asthma, seltener Schwellungen (Angioödem) und schwerwiegendere Hautveränderungen (Erythema exsudativum multiforme) sowie fixe Arzneimittelexantheme (langwierige medikamentenbedingte Hautveränderung an einer bestimmten Körperstelle) und Reaktionen mit Fieber, Kopfschmerzen und
Gelenkschmerzen (Serumkrankheit-ähnliche Reaktionen). Weiterhin ist über eine besondere Einlagerung von Blutkörperchen in der Lunge (eosinophile Lungeninfiltrate), Herzbeutelentzündung (Perikarditis), Muskelbeschwerden sowie über eine Verschlimmerung eines systemischen Lupus erythematodes (einer Erkrankung des rheumatischen Formenkreises) berichtet
worden.

Selten: Schwere akute Überempfindlichkeitserscheinungen sind selten möglich. Sie können sich äußern als: Gesichtsödem, Zungenschwellung, innere Kehlkopfschwellung mit Einengung der Luftwege, Herzjagen, Luftnot, (Atemnot), Blutdruckabfall bis hin zu bedrohlichem Schock. Beim Auftreten dieser Erscheinungen ist die Therapie
abzubrechen und eine sofortige ärztliche Hilfe erforderlich.

Endokrine Erkrankungen

Sehr selten: Veränderte Schilddrüsenfunktion, bräunlich-schwarze Verfärbung der Schilddrüse

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig: Nebenwirkungen, die das zentrale Nervensystem betreffen: Schwindel, Übelkeit, Bewegungsstörungen, Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Benommenheit, Kopfschmerzen, Hörstörungen und Kurzsichtigkeit. Frauen weisen höhere
Serumspiegel auf als Männer und sind daher häufiger von diesen Nebenwirkungen betroffen.

Selten: Drucksteigerung im Kopf (Pseudotumor cerebri), die sich durch Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und möglicherweise eine Flüssigkeitsansammlung im Augenbereich äußert und sich nach Ende der Therapie wieder zurückbildet.
Eine vorbestehende Muskelschwäche (Myasthenie) kann durch Tetracycline verstärkt werden.

Sehr selten: gewölbte Fontanelle

Nicht bekannt: Krämpfe, Sedierung

Augenerkrankungen

Gelegentlich: vorübergehende Sehschwäche (Myopie), Pigmentablagerungen in der Bindehaut des Auges

Erkrankungen des Ohrs

Selten: beeinträchtigtes Hören, Tinnitus

Herzerkrankungen

Nicht bekannt: Entzündung des Herzmuskels, Herzbeutelentzüdung Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Selten: Husten, erschwerte Atmung

Sehr selten: Bronchialkrämpfe, Verschlimmerung von Asthma, pulmonare Eosinophilie (Lungenerkrankung)

Nicht bekannt: entzündliche Veränderung der Lunge

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Häufig: Magen-Darm-Störungen in Form von Sodbrennen, Magendruck, Erbrechen, Blähungen, Fettstühlen und leichten bis schweren Durchfällen auf. Die Einnahme der Substanz nach oder mit den Mahlzeiten kann diese unerwünschten Wirkungen zu einem gewissen Grad vermindern. Milchprodukte und Magensäurehemmer (Antazida) sind zu vermeiden, da sie durch gegenseitige Reaktion (Komplexbildung) die Aufnahme hemmen können (siehe auch Abschnitt „Bei Einnahme von Minostad
zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken“). Entzündungen der Mund- und Zungenschleimhaut, schwarze Haarzunge,
Speiseröhrenentzündung (Ösophagitis) und Juckreiz des Afters (Pruritus ani) Unter einer Therapie mit Minocyclin kann es durch ungehemmte Sprosspilzvermehrung zu einer Sprosspilz-Besiedelung der Schleimhäute (insbesondere der Mund- und Darmschleimhäute) kommen mit Beschwerden wie Mund- und Rachenschleimhautentzündung (Glossitis, Stomatitis) sowie Juckreiz des Afters (Pruritus ani).

Sehr selten: Heiserkeit, Schluckbeschwerden Bei Rückfluss von Magen-Darm-Sekret (gastro-ösophagealem Reflux) und
Einengung in der Speiseröhre (ösophageale Passagebehinderung) wurden Defekte der Speiseröhrenschleimhaut (Ösophagealulzera) durch haftende Kapseln oder Tabletten ausgelöst. Daher sollten Tetracycline nicht abends vorm Schlafengehen und nicht im Liegen eingenommen werden. Außerdem sollte nach der Einnahme mit
viel Flüssigkeit nachgespült werden. Beim Auftreten von schweren und anhaltenden Durchfällen während oder nach der
Therapie sollte der Arzt verständigt werden, weil sich dahinter eine ernstzunehmende Darmerkrankung (pseudomembranöse Enterokolitis) verbergen kann, die sofort behandelt werden muss.

Leber- und Gallenerkrankungen

Selten: Anstieg von Leberenzymen, Leberentzündung (Hepatitis): In diesem Fall ist Minocyclin abzusetzen. Auch nichtimmunologische Leberzellschädigungen können vor allem bei längerfristiger Therapie auftreten.

Sehr selten: hepatische Cholestase (Behinderung des Abflusses von Gallensekret), Leberversagen, Hyperbilirubinämie, Gelbsucht

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Häufig: Allergische Hautreaktionen (siehe Abschnitt Überempfindlichkeitserscheinungen).

Selten: Unter Sonneneinstrahlung kann es zu schädlichen (phototoxischen) Reaktionen der belichteten Hautareale kommen mit Rötung, Hautschwellung und Blasenbildung. Sonnenbaden im Freien oder in Solarien sollte daher während einer Therapie mit Minocyclin vermieden werden. Nagelablösung und –verfärbung, Haarausfall, Juckreiz, Ausschlag, Nesselsucht

Sehr selten: schwerwiegende Hautreaktionen wie exfoliative Dermatitis, Stevens-Johnson- Syndrom, Lyell-Syndrom oder eine Verschlechterung eines systemischen Lupus erythemathodes, toxisch epidermale Nekrolyse, Gefäßentzündung, Verfärbung der Nägel, Haut und Schleimhäute.

Nicht bekannt: Die folgenden Krankheitszeichen wurden berichtet. Bei einigen Fällen, die diese Fälle involvieren, wurde von Tod berichtet. Wie bei anderen schweren Nebenwirkungen, sollte das Arzneimittel sofort abgesetzt werden, wenn eines dieser
Krankheitszeichen auftritt: Überempfindlichkeitssyndrom (DRESS) bestehend aus Hautreaktionen wie Ausschlag oder exfoliative Dermatitis (schwere Entzündung der Haut), Eosinophilie (Erhöhung der Zahl eosinophiler Granulozyten (bestimmte
weiße Blutkörperchen)) und eines oder mehrere der folgenden Syndrome: Leberentzündung, Lungenentzündung, Nierenentzündung, Herzmuskelentzündung, Herzbeutelentzündung, Fieber und Lymphknotenschwellung könnten auftreten. Sklelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Häufig: Es gibt klinische Berichte von Gelenksbeschwerden (Polyarthritis und Polyarthralgie) mit negativem Rheumafaktor, Fieber, Müdigkeit, Hautausschlag und Schwellung der Lymphknoten

Selten: Gelenkschmerzen (Arthralgie), Lupus-ähnliches Syndrom, Muskelschwäche

Sehr selten: Gelenksentzündung (Arthritis), Knochenverfärbungen, Fälle einer Verschlechterung eines systemischen Lupus erythematodes, Steifheit der Gelenke, Gelenksschwellung

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Gelegentlich: erhöhter Harnstoffwert im Blut

Sehr selten: akutes Nierenversagen, Entzündung der Niere (interstitielle Nephritis)

Erkrankungen der Geschlechtsorgane

Sehr selten: Entzündung am Penis

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Gelegentlich: Fieber
Bei Verabreichung von Minocyclin an Kinder unter 8 Jahren ist gelegentlich eine bleibende Zahnverfärbung und Zahnschmelzschädigung sowie eine vorübergehende Knochenwachstumsverzögerung beobachtet worden.
Auch bei Erwachsenen sind nach längerer hoch dosierter Therapie mit Minocyclin gelegentlich schwärzliche Verfärbungen von Zähnen, Nägeln, Knochen und der Schilddrüse beschrieben worden.

Sehr selten: Bei kurzzeitiger Anwendung bei Erwachsenen sind die schwarzgrauen Auflagerungen sehr selten an den Zähnen und vorübergehend. Verfärbung der Körperflüssigkeiten

Untersuchungen
Häufig: Bestimmte Laborwerte können durch die Einnahme von Minostad verändert sein (BSG, Eosinophile und erhöhte ANA Titer)

Welche Gegenmaßnahmen sind bei Nebenwirkungen zu ergreifen?

Bei Auftreten von schweren, anhaltenden Durchfällen während oder nach der Behandlung sollten Sie einen Arzt verständigen, da sich dahinter eine ernstzunehmende Darmerkrankung (pseudomembranöse Enterokolitis) verbergen kann, die sofort behandelt werden muss. Nehmen Sie in diesem Fall keine Mittel ein, die die Darmbewegung (Peristaltik) hemmen. Leichtere Magen-Darm-Beschwerden lassen sich bis zu einem gewissen Grad verringern, indem Sie Minostad während der Mahlzeiten einnehmen.

Nehmen Sie Minostad zunächst nicht weiter ein, wenn allergische Erscheinungen bei Ihnen auftreten, und wenden Sie sich an einen Arzt.

Bei plötzlich auftretenden schweren Überempfindlichkeitserscheinungen sollten Sie umgehend einen Arzt aufsuchen, da Sie unter Umständen sofortige ärztliche Hilfe benötigen.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt über das nationale Meldesystem anzeigen:

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen

Inst. Pharmakovigilanz

Traisengasse 5

AT-1200 WIEN

Fax: + 43 (0) 50 555 36207

Website: http://www.basg.gv.at/

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

Wie soll es aufbewahrt werden?

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton/der Blisterpackung angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

Weitere Informationen

Was Minostad enthält

  • Der Wirkstoff ist: Minocyclin
    Eine Kapsel enthält 53,98 mg Minocyclinhydrochlorid, entsprechend 50 mg Minocyclin.
  • Die sonstigen Bestandteile sind: Kapselinhalt: Maisstärke, Magnesiumstearat; Kapselhülle: Gelatine, Titandioxid (E 171), Eisenoxid gelb (E 172), Eisenoxid rot (E 172), gereinigtes Wasser.

Wie Minostad aussieht und Inhalt der Packung

Orangefarbene Hartgelatine-Kapseln gefüllt mit hellgelbem Pulver in Blisterpackungen zu 10 oder 30 Hartkapseln.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

STADA Arzneimittel GmbH, A-1190 Wien

ZNr.: 1-22027

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im April 2013.

Die folgenden Informationen sind für medizinisches Fachpersonal bestimmt:

Minocyclin ist bei einmaliger oraler Aufnahme in mehrfachen therapeutischen Dosen nicht akut toxisch. Akute Minocyclin-Intoxikationen sind in der Literatur bisher nicht beschrieben. Bei Überdosierung besteht jedoch die Gefahr von parenchymatösen Leber- und Nierenschädigungen sowie einer Pankreatitis.

Bei einer oralen Überdosis von Minocyclin sollte durch eine Magenspülung versucht werden, die noch nicht resorbierten Anteile der Substanz aus dem Magen zu entfernen. Die noch verbleibenden Reste von Minocyclin können durch Gabe von Antazida oder Calcium- und Magnesium-Salzen zu nicht resorbierbaren Chelatkomplexen gebunden werden. Minocyclin ist nicht ausreichend dialysabel, so dass eine Hämo- oder Peritonealdialyse wenig effektiv ist.

Zuletzt aktualisiert: 13.10.2021

Quelle: Minostad 50 mg - Kapseln - Packungsbeilage

Teilen

Anzeige

Dein persönlicher Arzneimittel-Assistent

Medikamente

Durchsuche hier unsere umfangreiche Datenbank zu Medikamenten von A-Z, mit Wirkung und Inhaltsstoffen.

Wirkstoffe

Alle Wirkstoffe mit ihrer Anwendung, chemischen Zusammensetzung und Arzneien, in denen sie enthalten sind.

Krankheiten

Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten für häufige Krankheiten und Verletzungen.

Die dargestellten Inhalte ersetzen nicht die originale Packungsbeilage des Arzneimittels, insbesondere im Bezug auf Dosierung und Wirkung der einzelnen Produkte. Wir können für die Korrektheit der Daten keine Haftung übernehmen, da die Daten zum Teil automatisch konvertiert wurden. Für Diagnosen und bei anderen gesundheitlichen Fragen ist immer ein Arzt zu kontaktieren. Weitere Informationen zu diesem Thema sind hier zu finden

This website is certified by Health On the Net Foundation. Click to verify.