Ohnmacht (Synkope, Kollaps)

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Internationale Klassifikation (ICD) R55

Grundlagen

Beschreibung

Als Ohnmacht oder Synkope wird eine kurzzeitige Bewusstlosigkeit bezeichnet. Verursacht wird sie durch eine Durchblutungsstörung im Gehirn. Wenn eine Synkope länger als einige Minuten andauert, muss schnellstmöglich ein Arzt hinzugezogen werden. Ca. 40% aller Menschen werden in ihrem Leben zumindest 1 Mal ohnmächtig.

Anders als bei einer echten Bewusstlosigkeit (Koma) ist das Leben des Betroffenen meistens nicht direkt bedroht.

Ursachen

Aus medizinischer Sicht werden diverse Arten von Synkopen unterschieden.

Häufigste Ursachen der Ohnmacht sind eine Fehlregulation des Blutdrucks (vaskuläre Synkope) und Erkrankungen des Herzens (kardiale Synkopen).

Vaskuläre Synkopen

Durch zu niedrigen Blutdruck (Orthostase-Syndrom) oder Kreislaufinsuffizienz (Vasovagale Synkope) kommt es zu einer Ohnmacht. Blutdrucksenkende Medikamente, Blutverlust oder direkte Reizung des vegetativen Nervensystems (z.b. durch starke Schmerzen, Schlag gegen Hals oder Bauch) können dafür Auslöser sein.

Kardiale Synkope

Herzerkrankungen können ebenfalls zu einer Synkope führen, wie z.b.:

  • Arrhythmien (Herzrhythmusstörung)
  • Herzinsuffizienz (Herzschwäche)
  • Herzklappenfehler
  • Perikarderguss (Herzbeutel-)
  • Herzinfarkt

Andere Ursachen

Ohnmachtsanfälle verursacht durch Hypoglykämie (Unterzucker) oder Anämie (Blutarmut), zählen heute nicht mehr zu Synkopen.

Kurzzeitiger Verlust des Bewusstseins durch epileptische Anfälle oder transitorische Durchblutungsstörungen im Gehirn (TIA), werden zu Bewusstseinsstörungen anderer Ursachen gezählt.

Symptome

Bei einer Ohnmacht (Synkope) verliert eine Person kurzzeitig das Bewusstsein und kann auch zu Boden sinken. Sie kündigt sich durch verschiedene Symptome an:

  • Schwindel
  • Blässe
  • Übelkeit
  • Schwitzen
  • Schwäche
  • verminderte Muskelspannung
  • Schwarzwerden vor den Augen

Betroffene sind normalerweise nach einigen Sekunden wieder ansprechbar.

Diagnose

Synkopen können durch harmlose, aber auch ernste Gründe auftreten. Ein Arzt sollte konsultiert werden, wenn Ohnmachtsanfälle öfters auftreten.

Der behandelnde Arzt wird folgende Untersuchungen vornehmen:

  • Anamnese (Krankengeschichte) bezüglich bestehender Krankheiten und regelmäßig eingenommener Medikamente
  • allgemeine körperliche Untersuchung
  • Ruhe-EKG (Elektrokardiogramm)
  • Schellong-Test (Beurteilung der Orthostase-Reaktion, dh. Kreislaufregulation)
  • evtl. Blutuntersuchung

Therapie

Synkopen bedeuten meistens keine unmittelbare Lebensgefahr. Durch folgende Maßnahmen kann das Wiedererlangen des Bewusstseins gefördert werden:

  • Ruhe in der Umgebung
  • Beine hochlagern
  • Zudecken (bei Bedarf)
  • nach Erwachen noch einige Minuten liegen bleiben
  • Notruf, wenn der Patient nicht sofort wieder erwacht

Treten Synkopen häufiger auf, richtet sich die Therapie nach der Ursache. Im Fall von niedrigem Blutdruck können sich nachstehende Maßnahmen als sinnvoll erweisen:

  • Konditionstraining
  • Kneipp-Bäder (Wechsel-)
  • blutdrucksteigernde Medikamente
  • ausreichende Flüssigkeits- und Salzzufuhr

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